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„Junge Flüchtlinge sind eine Bereicherung für unsere Jugendlichen“

26.11.2015
Martinistift

Mehr als 45.000 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge befinden sich nach Schätzungen des Bundesfachverbands umF derzeit in Deutschland. Die meisten von ihnen haben einen Anspruch auf Leistungen der Jugendhilfe. „Das hat den einfachen Grund, dass unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in besonderem Maße schutzbedürftig sind“, betont der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Coesfeld, Karl Schiewerling. Während seines Besuchs im Nottulner Martinistift informierte sich der Abgeordnete über den gemeinsamen Alltag der Jugendlichen. Die Jugendhilfe betreut derzeit 25 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Sie verbringen die Tage gemeinsam mit den anderen Kindern und Jugendlichen und das scheint momentan gut zu funktionieren: „Für uns, unsere Arbeit und vor allem für unsere Jugendlichen sind diese Kinder eine echte Bereicherung“, stellt Geschäftsführer Heinrich Bolle klar. „Sie erzählen von ihren Schicksalen und der Situation in ihren Heimatländern. Das macht viele unserer Jugendlichen sehr nachdenklich und sie fangen an, ihre eigene Situation zu überdenken“, so Bolle weiter. Zwar müssten alle jetzt ein bisschen zusammenrücken und improvisieren, aber die Stimmung sei gut.

 

Bis zum 18. Lebensjahr können unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in einer solchen Einrichtung der Jugendhilfe bleiben. Was danach kommt, ist für viele ungewiss. Das Geld für eine weitere Förderung ist knapp und so kehren viele, nach ihrem 18. Geburtstag in eine Notunterkunft zurück. Heinrich Bolle wirbt deshalb um Familien, die unbegleitete Flüchtlinge bei sich aufnehmen. „Außerdem müssen wir verstärkt Kontakt zu Betrieben suchen, die diese junge Menschen ausbilden wollen“, stellt MdB Karl Schiewerling klar. „Die vielen jungen Flüchtlinge sind hochmotiviert und wollen arbeiten.“ Die Bundesregierung arbeite derzeit an Möglichkeiten, junge Flüchtlinge schnell für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu qualifizieren. Zudem will sich Schiewerling in Berlin dafür einsetzen, dass 18-jährige Flüchtlinge weiter Unterstützung von der Agentur für Arbeit erhalten.

 

Hintergrund:

Oft reicht in Krisengebieten das Geld nur dafür, ein Familienmitglied auf die Flucht zu schicken. Oftmals werden dann Kinder und Jugendliche losgeschickt, damit zumindest sie in Sicherheit leben können. Aber auch auf der Flucht kommt es vermehrt zu Familientrennungen. Oft nehmen die Menschen teure und gefährliche Wege auf sich, auf denen es durch chaotische Fluchtbedingungen und teilweise auch durch rücksichtslose Schleuser zu Familientrennungen kommt

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